| Der
Turn- und Sportverein von 1919 bis
1933 |
| von Alfred
Schottdorf |
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| Quelle: Festschrift "100 Jahre Turn- und Sportgemeinschaft 1888
Nieder-Erlenbach" |
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Die Entwicklung des
Vereins
Im August 1919 trat Fr.
Baumart, der 2. Vorsitzende des
Turnvereins, mit dem
Vorschlag, der Turnverein und der
Sportverein sollten sich zusammenschließen, an den
Sportwart des Sportvereins K. Kreutz heran. Etwa drei
Wochen später erhielten
der Vorstand des Turnvereins
und der Vorstand der
Sportabteilung des Turnvereins eine schriftliche Einladung des Sportvereins zu einer gemein-samen Sitzung, um die
Einigungsverhandlungen ab-zuschließen.
Aus einer undatierten Erklärung des TSV
wissen wir etwas mehr
von den Verhandlungen:
„Bei Beginn der Sitzung wurde der damalige Vorstand
des Sportvereins 06 von dem 1. Vorsitzenden Ph. Schneider
gefragt, weshalb die Antwort auf die erste Frage von
Fr. Baumart unterblieben sei. Von Seiten des Sportvereins
wurde geantwortet, dieses sei Nebensache, währenddem der 1.
Vorsitzende des Turnvereins Ph. Schneider
betonte, daß dies gerade für die kommenden Verhand-lungen die Hauptsache
sei. Durch Nachgeben der beiden Turnervorstände wurde nun die
ausbleibende Antwort des Sportvereins übergangen und zu den Paragraphen
weiter verhandelt. Durch den Beschluß der beiden Vorstände und Vereine
wurde der neue Verein „Turn- und Sportverein 1888 e. V." gegründet und
mit dem genannten Namen im Vereinsregister eingetragen."
Aus
dem Tonfall der Erklärung ist zu entnehmen, daß
gewisse Vorbehalte und Animositäten zwischen den Vor-ständen der alten
Vereine vorhanden waren. Der erste
Vorstand, von dem wir Kenntnis haben, wurde
am 16.1.1920 gewählt und setzte sich wie folgt zusammen:
1.
Vorsitzender Fritz Baumart
2. Vorsitzender
Karl Walz
1.
Kassierer Karl Leonhard
1.
Schriftführer Lehrer Mohr
1.
Turnwart Karl Kreutz
2. Turnwart
Wilh. Baumart
1. Vorturner Fritz Schwander
1. Spielwart Wilh. Kreutz
1.
Zeugwart Ferdinand Schneider |
Weiter
wurden folgende Ausschüsse gebildet: ein Turnausschuß (6 Mitglieder),
der Vorstand der Sportab-teilung (11 Mitglieder), ein Sportausschuß (15
Mitglieder), ein Technischer Ausschuß (5 Mitglieder), ein Spielaus-schuß
(4 Mitglieder) und ein Platzausschuß (7 Mitglieder); dazu kam noch im
Jahre 1921 ein Geschäftsführender Ausschuß mit 12 Mitgliedern. Aus den
Jahren 1919 bis 1921 sind uns Mitgliederzahlen des TSV nicht
überliefert. Nach den letzten bekannten Mitgliederzahlen dürfte die
Mitgliederzahl des Vereins nach dem Zusammenschluß etwa 100 betragen
haben. Bei dieser geschätzten Mitglie-derzahl ist die Zahl der
Ausschüsse und der delegierten Mitglieder außerordentlich hoch.
Erklärbar ist diese „Überorganisation" wohl nur mit gegenseitigem
Mißtrauen und Vorbehalten der Anhänger der alten Vereine, die sich nun
durch viele Ausschüsse und wahrscheinlich möglichst paritätische
Besetzung gegenseitig zu kontrollieren suchen. Karl Walz z. B., der
ehemalige 1. Vorsitzende des Sportvereins 06, war 2. Vorsitzender des
neuen
Vereins, 1. Vorsitzender der Sportabteilung, Mitglied des
Sportausschusses und 1921 Vorsitzender des Geschäftsführenden
Ausschusses.
Der
neue Vorstand ging trotz vorhandener latenter Spannungen mit großem
Eifer an die Arbeit. So wurden 1920 ein Sportplatz in Selbsthilfe
hergerichtet und „Natio-nale Wettkämpfe" zur Sportplatzeinweihung
organisiert, die 1921 als „Nationales Sportfest" wiederholt wurden. Im
August 1921 wurde das Gau-Sportfest des Main-Taunus-Gaues der Deutschen
Turnerschaft in Nieder-Erlenbach durchgeführt. In einer Vorstandssitzung
am 30. November 1921 wurde die dringend notwendige Renovierung der
Turnhalle beschlossen und 1922 durchgeführt: Der Boden der Turnhalle
wurde in Selbsthilfe ausgehoben, mit Kies verfüllt und gedielt; das
Innere der Turnhalle wurde gestrichen. Aber
bereits in der Generalversammlung am 15. Januar 1922 kamen die latenten
Spannungen zum Vorschein: Karl Walz, der bisherige 2. Vorsitzende, Adam
Lügenbiehl, der bisherige 2. Schriftführer, und Karl Kreutz, der
bisherige 1. Turnwart, kandidierten wegen „angeblicher"
Arbeitsüberlastung nicht mehr und mußten ersetzt wer-den.
Etwa
ein Jahr später, am 27. März 1923, wurde der Sportverein 06 von 14
Mitgliedern des TSV wiedergegrün-det. Der 1. Schriftführer W. Baumart
nahm dazu im Jah-resbericht 1923 wie folgt Stellung: |
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„... Mitten in
der Fülle der Arbeit mußte der Vorstand wahrnehmen, daß 14 Mitglieder an
der Zahl am 27. März einen neuen Verein gründeten. Mitglieder aus der
früheren Vereinigung hatten schon zwei Jahre der aktiven Tätigkeit Valet
gesagt und haben den obengenannten Verein aus politischen Vorwänden
gegründet. Die Herausgabe der Geräthe, die diese Vereinigung mitbrachte,
wurde durch die Vorstandsvollmacht, die derselbe durch eine
Generalversammlung erhielt, verweigert und bildet nun den Gegenstand
jenes Gerichtsprozesses zwischen den sogenannten Walz und Genossen und
dem Turn- und Sportverein 1888 e.V. Drei Termine sind bis jetzt
ergeb-nislos verlaufen und am 14. Januar soll voraussichtlich die
Entscheidung fallen. . ."
Der
Prozeß ging offensichtlich verloren, da im Ge-schäftsbericht für 1925
erwähnt wurde, daß ein Teil der
Sportgeräte an
den Sportverein 06 abgegeben wurde. (Die Auseinandersetzungen um den neu
angelegten Sportplatz werden gesondert dargestellt). Die Neugründung des
Sportvereins 06 wirkte sich sehr stark auf den Mitglie-derbestand aus:
Am 1. 1.1923 hatte der TSV 171 Mitglie-der, ein Jahr später nur noch 76
Mitglieder, am 1.1.1924 waren es wieder 116; die Mitgliederzahl von etwa
100 konnte der Verein bis 1933 halten (Mitgliederbestand am 1. 1. 1933:
114).
Im Jahr 1923
erteilte das Hessische Kreisamt Friedberg dem Turn- und Sportverein,
vertreten durch Karl Him-melreich und
Philipp Spengler, „die Erlaubnis zum Be-treiben einer Schankwirtschaft
in der Turnhalle an der Vil-
beler Straße..."
Bis Ende 1927 betrieb der Verein selbst die Gaststätte. Ab 1. April 1928
wurde die Turnhallenwirt-schaft an Philipp Spengler verpachtet.
Im
Jahre 1928 wurde das 40jährige Jubiläum am 11. und 12. August festlich
begangen. In geheimer Abstimmung beschieß die Mitgliederversammlung, den
Sportverein 06 offiziell zur Teilnahme einzuladen. Wegen der
wirtschaft-lichen Situation konnte nur in kleinem Rahmen gefeiert
werden. An dem Festzug am 12. August beteiligten sich folgende
Ortsvereine: Kriegerverein, Gesangverein Hei-terkeit, Gesangverein
Eintracht, Schützenverein, Radfahr-verein, Kirchenchor,
Arbeiter-Sportverein 06 und der Landwirtschaftliche Verein. Alle
Gauvereine wurden vor allem zu der am Samstag, dem 11.8.1928, in der
Turnhalle stattfindenden Jahnfeier (Gedächtnis des 150. Geburtsta-ges
des Turnvaters) eingeladen. |
Am 21. Juli 1929
wurde eine Gründungsfeier anläßlich der Gründung einer Damen-Abteilung
veranstaltet. Die Namen der ersten weiblichen Mitglieder des Vereins
konnten noch festgestellt werden: Luise Grillmayer (verh. Leonhard),
Susanne Himmelreich (verh. Steinmetz), Auguste Mehl, Eise Michel (verh.
Rüppel), Susanne Mößner (verh. Ascher), Minna Odemer (verh. Rück), Luise
Odemer (verh. Michel), Marie Pfeil (verh. Rau), Anna Schneider (verh.
Truschel), und Alice Huber (verh. Roth). In der Generalversammlung am
14. Dezember 1929 wurde Au-guste Mehl als erstes weibliches Mitglied als
Beisitzerin in den Vorstand gewählt.
Der Sportplatz „Auf der
Insel"
Dem
aus dem Zusammenschluß des Turnvereins und des Sportvereins entstandenen
Turn- und Sportverein stellte im Jahre 1920 die bürgerliche Gemeinde
Nieder-Erlenbach ein Grundstück nördlich der Steinstraße und östlich des
Erlenbachs zur Verfügung. Um die Kosten für die Anlage des Sportplatzes
aufzubringen, wurden von Dezember 1919 bis April 1920 von den
Mitgliedern und Bürgern von Nieder-Erlenbach Anteilscheine in Höhe von
rund M 5 500,- gezeichnet und erworben. Auf 2 075,-Mark wurde zum Wohle
des Vereins Verzicht geleistet. Federführend bei dieser Aktion waren
Wilhelm Brückmann und Karl Kreutz. Die ersten Arbeiten und die Arbeit
der Vereinsmitglieder während des Streiks bei der Heinrich Kleyer AG,
Frankfurt a. M., und während der Tage des Generalstreiks anläßlich des
Kapp-Putsches (13. 3. bis 17. 3. 1920) wurden vom Verein bezahlt. Die
restlichen Arbeiten wurden unentgeltlich von den Vereinsmitgliedern
ausgeführt. Aus einer Erklärung des TSV zur Sportplatzfrage erfahren wir
noch etwas über den Fortgang der Arbeiten:
„Vor der zu Ende
gehenden Fertigstellung des Sport-platzes flaute der Arbeitsgeist
merklich ab. Wenige Mit-glieder des einstmaligen TV 1888 gingen
allabendlich bis in die späte Nacht hinein daran, um den Platz wenn auch
kaum leistungsfähig, dann aber wenigstens so herzustel-len, daß das
angemeldete Sportfest nicht der Abmeldung
verfiel. Unter großen Mühen gelang es, der Arbeit Herr zu werden
und den Platz bis auf einen Sockel, der in der Mit-te des Platzes liegen
blieb und fast ein halbes Jahr später erst entfernt wurde,
fertigzustellen."
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Sportfest zur Einweihung des
Sportplatzes am 4.7.1920 |
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So konnte am 4.
Juli 1920 der neu angelegte Sportplatz „Auf der Insel" mit „Nationalen
Wettkämpfen" eingeweiht werden. Ein Zeitungsbericht beschrieb das
Sportfest in Nieder-Erlenbach:
„Leichtathletische Wettkämpfe veranstaltete unter Teil-nahme von 300
Streitern der Turn- und Sportverein Nieder-Erlenbach. Auf der Insel
nördlich des Ortes hat sich die Sportlerschar eine Heimstätte aus
eigener Kraft und Arbeit ohne fremde Hilfe geschaffen. Die Anlage mit
ihrer Aschenrundbahn mit erhöhten Kurven bewährte sich vollauf. Die
besonderen Verdienste um den sportlichen Aufschwung, der die ganze
Umgegend zu einem Volksfe-ste vereinte, haben die Herren Friedrich
Baumart, K Walz, W. Baumart und K Kreutz. Die gezeigten Leistungen der Teilnehmer waren auf voller Höhe, wenn auch die noch weiche
Bahn die Zeiten leicht zog. Während des Festes war auf dem idyllisch im
Erlen(bach)tal im Grünen liegenden Plätzchen Konzert . . ."
Ende 1921 trat
der TSV an die bürgerliche Gemeinde heran, um eine Sicherheit für den
Kostenaufwand in Hö-he von etwa 7000,- Mark zur Herstellung des Platzes
zu erreichen. Der Gemeinderat beschieß daraufhin Anfang 1922, daß das
Verfügungsrecht dem TSV allein überlassen bleibe und daß ein zweiter
Verein nur mit Genehmigung des TSV den Sportplatz benutzen dürfe. Nach
der Neu-gründung des Sportvereins 06 am 27. 3. 1923 erhielt der
neugegründete Verein das Verfugungsrecht über den Sportplatz. Im
Jahresbericht für das Geschäftsjahr 1923 ist folgendes dazu zu lesen:
„. . .
Die durch diesen Zwist verursachte Lage führte auch die Benutzung des
Sportplatzes dem neuen Verein zu, da hier politische Stimmenmehrheit im
Gemeindevorstand über die Köpfe eines vorjährigen Gemeindebeschlusses
und über die der Bürgerschaft hinausging. Selbst dem Wunsche der
Bürgerschaft, die über die Hälfte durch Namensunterschrift schriftlichen
Protest einlegte, wurde nicht stattgegeben ... So ist der Verein in
einer Versammlung) dazu übergegangen und hat durch einen |
Vertrag mit dem
neuen Sportverein demselben das Mit-benutzungsrecht in die Hand gegeben.
. ."
Soweit
ersichtlich, ist es bei dem Nutzungsrecht des Sportplatzes für beide
Vereine bis zur Auflösung des Sportvereins 06 nach der Machtergreifung
Hitlers im Jahre 1933 geblieben.
Sportliche Aktivitäten
Nach dem
Zusammenschluß von Turnverein und Sportverein wurden in dem neuen Verein
Handball, Leichtathletik und Turnen betrieben. Nach den vorhan-denen
Unterlagen lag das Schwergewicht der sportlichen Aktivitäten auf der
Leichtathletik, während Handball nur zeitweilig betrieben wurde und die
Disziplin Turnen immer weniger Interesse fand. Im Jahr 1922 war der
Turnbetrieb durch den Umbau der Turnhalle stark behindert und
stagnierte. Weiter wirkte sich in den Jahren 1923 bis 1925 innerhalb des
Vereins der Gegensatz zwischen den Anhängern von Turnen und von Sport
(d.h. Handball und Leichtathletik) so aus, daß die Aktivitäten stark
nach-ließen. Der Streit im Verein verband sich mit der Frage, ob man
Mitglied in der Deutschen Turnerschaft bleiben
oder Mitglied der Deutschen Sportbehörde für Athletik werden solle. Der
Streit wurde im Oktober 1924 in einer Mitgliederversammlung zu Gunsten
der Deutschen Tur-nerschaft entschieden. Im Geschäftsbericht für das
Jahr 1924 finden sich die folgenden Bemerkungen:
„Auch in diesem
Jahr fand gegenüber den Vorjahren ein erheblicher Rückgang im
Geräteturnen statt. War es einesteils der Abgang an alten Kräften und
das weniger
Zuwachsen des Nachwuchses, so war es auf der anderen
Seite der Kampf zwischen Turnen und Sport. Ein erfreuli-cher
Funke gegenüber dem der Aktiven ist in der Schüler-abteilung
eingetreten. Hier scheint der langersehnte
Nachwuchs zu stehen. . ." |
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Hessischer
Staatswanderpreis, errungen in der olympischen Staffel in den
Jahren 1922 bis 1924 von den
Läufern K. Schüler, H. Michel, Vaupel,
H. Brückmann, Ph. Spengler,
O. Schwander und F. Schüler |
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Im
Siegesbericht für das Jahr 1925 wird von dem Ende
der
Auseinandersetzungen so berichtet:
„Durch die lang anhaltende Krise zwischen
Turnen und Sport waren die Leistungen des vergangenen Jahres zu
Anfang
... in das Hintertreffen geraten. Der Tag der
Reichspräsidentenwahl erbrachte auch hier eine Klärung,
indem
man sich an diesem Tage eines Besseren besonnen hatte und erklärte, für
die Deutsche Turnerschaft starten zu wollen."
Das
Schwergewicht der sportlichen Aktivitäten lag in
dem
Berichtszeitraum unstreitig bei der Leichtathletik und hier besonders
bei den Staffelwettbewerben.
Zur
Einweihung der neuen Sportanlage5 „Auf der Insel" wurden vom TSV am 4.
Juli 1920 „Nationale Wettkämpfe" durchgeführt, an denen 287
Leichtathleten aus 33 Verei-nen der näheren und weiteren Umgebung
teilnahmen (Programm und Teilnehmerliste sind abgedruckt). Diese
leichtathletischen Wettkämpfe wurden in den nächsten Jahren unter dem
Namen „Nationales Sportfest" bzw.
„Erlenbachtal-Kampfspiele"
fortgesetzt.
Am 28. August 1921 organisierte der TSV in
Nieder-Erlenbach
das Gau-Sportfest des Main-Taunus-Gaues der Deutschen Turnerschaft nach
den Bestimmungen der Deutschen Sportbehörde für Athletik. Folgende Wett-kämpfe
wurden durchgeführt:
Ältere Turner
Läufe:
100, 200, 400, 800, 1500 m
Sprünge: Hochsprung,
Weitsprung, Dreisprung,
Stabhochsprung
Wurfübungen: Kugelstoßen, Diskus,
Schleuderball,
Speerwerfen
Dreikämpfe: 100-m-Lauf,
Schleuderball, Dreisprung
Jugendliche (unter 18 Jahre)
Läufe:
50, 800 m
Weitsprung
Kugelstoßen (5 kg)
Damen
100-m-Lauf
Weitsprung
Kugelstoßen (5 kg)
Schüler
50-m-Lauf
Staffelläufe (ältere Turner)
4 x
100 m offen
3
x 1000
m offen
Olympische Staffel (800, 200, 400, 200 m)
Staffelläufe (Erstlinge, Damen und Schüler)
4
x 100
m
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Im Jahr 1922 errangen die Leichtathleten 11
erste
Staffelsiege, einen zweiten Staffelsieg und zwei dritte Staf-felsiege,
außerdem 16 erste Einzelsiege, 12 zweite Einzel-siege und 4 dritte
Einzelsiege, dazu zwei Kreismeister-schaften und 6 Gaumeisterschaften.
Aus dem Geschäftsbericht für 1922 sind besonders
hervorzuheben:
„Der Mannschaft W. Brückmann, Wolf, F.
Schüler, Welter, Klöss, Baumart, Zimmer, H. Michel, K Schüler und H.
Brückmann gelang es am 2. Osterfeiertag in Darmstadt bei andauernd
strömendem Regen vor Mainz, Darmstadt, Arheilgen
und Frankfurt a. M. den Straßenstaffellauf über 10 x 1000 m „Rund um
Darmstadt" zu
gewinnen. . . Der Mannschaft K
Schüler, Spengler, Steinmetz und H. Michel gelang es, in Kostheim den
wertvollen Wanderpreis der Hessischen Regierung zu gewinnen vor Mainz,
Frankfurt, Kreuznach, Darmstadt und vielen anderen... Auf dem
Kreisturnfest wurden K Schüler und H. Brückmann erstmalig Kreismeister
über 800 und 1500m.
Im Jahre 1923 mußten die
Erlenbachtal-Kampfspiele wegen starker Regenfälle am Himmelfahrtstag auf
den 2. Pfingstfeiertag verlegt werden.
Im Geschäftsbericht
findet sich dazu folgende Bemerkung:
„Tags darauf verkündete das Sport-Echo:
Goldenes Rad von Berlin, Meisterfahren von Köln und die 2.
Erlenbachtal-Kampfspiele infolge Regens ausgefallen."
Bei diesem Sportfest errang die Mannschaft
Brückmann, H. Diehl, Steinmetz und Michel den 1. Sieg in der Olympischen
Staffel und in der 4 x 100-m-Staffel der Klas-se B. Fritz Lichert errang
einen ersten Einzelsieg im Schleuderball.
Beim Gausportfest errang die 3 x
1000-m-Staffel und die Schwedenstaffel die Gaumeisterschaft. Gaumeister
wurden im 1500-m-Lauf F. Schüler, im Speerwerfen K Schüler, im
Schleuderball F. Lichert und im 5000-m-Lauf G. Wolf; D. Michel wurde
Jugendmeister im 1500-m-Lauf.
Im Jahr 1924 errangen die Leichtathleten des
TSV Nieder-Erlenbach 15 erste Siege, 6 zweite
Siege und 7 dritte Siege in Staffelwettbewerben auf Sportveranstaltungen
in Arheilgen, Aschaffenburg, Friedrichsdorf, bei den
Erlen-bachtal-Kampfspielen, den Verbandsmeisterschaften, in Heddernheim,
Gießen, Offenbach, Heilbronn, beim Sportfest des Taunus-Gaues und in
Kostheim.
Besonders hervorzuheben sind die Erfolge der
Nieder-Erlenbacher Staffeln bei den Rhein-Main-Kampfspielen der
Deutschen Turnerschaft in Kostheim. Es wurden der erste Sieg in der
Reichspräsidentenstaffel in der Maaraue, der erste Sieg in der 3 x
1000-m-Staffel und der erste Sieg in der Olympischen Staffel (zum
dritten Mal hintereinander) errungen. Damit ging der Wanderpreis
endgültig in den Besitz des TSV Nieder-Erlenbach über.
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Erfolgreiche Leichtathleten
des Turn- und Sportvereins im Jahr 1920 |
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Im folgenden Jahr (1925) gelangen den
Läufern des TSV 8 erste Staffelsiege, 6 zweite und 2 dritte Staffelsiege
und ein erster Waldlaufsieg.
Herausragende Ergebnisse wurden bei den
Rhein-Main-Kampfspielen in Mainz-Kostheim erzielt: Die Mannschaft K
Schüler, Vaupel, F. Schüler, O. Schwander, Pfeffer, Ehrhardt, H. Michel,
H. Brückmann, Ph. Spengler und W. Michel errang den ersten Sieg in der
Maaraue-Staffel. In der Olympischen Staffel errangen K. Schüler, H.
Michel, Vaupel und H. Brückmann den dritten Sieg.
Dazu wird im Siegesbericht vermerkt: „... eine einzig dastehende
Leistung einer Mannschaft, die es fertig brachte, den Hessischen
Staatswanderpreis seit dem Jahre 1922 dreimal hintereinander zu gewinnen
und denselben in endgültigen Besitz zu bringen. Ph. Spengler, 0.
Schwander und F. Schüler gehörten ebenfalls bei den vergangenen Siegen
zur Mannschaft."
Außerdem wurden die 3 x 1000-m-Staffel und
Pfeffer im Diskus erste Sieger. Den krönenden Abschluß der Erfolgsserie
der Staffelläufer des TSV brachte das Jahr 1926. Es wurden folgende
Sportfeste besucht:
1) das Hallensportfest der Deutschen
Turnerschaft in Berlin,
2) die „Platzweihe" der Turngemeinde
Rödelheim,
3) das 50jährige Jubelfest der
Turngemeinde Hanau,
4) die Jubiläumswettkämpfe zu
Nieder-Erlenbach,
5) 25jähriges Jubiläum, Sportabteilung
OfFenbach,
6) Gedächtniswettkämpfe „Bundschuh," TG
Heidelberg,
7) Waldlauf des Main-Taunus-Gaues zu
Schwanheim,
8) der Waldlauf der Turngemeinde
Bockenheim,
9) die Gaumeisterschaften in Höchst,
10) die Gau-Verbandsmeisterschaften in
Rödelheim,
11) die Kreismeisterschaften in Koblenz,
12) Meisterschaften der Dt. Turnerschaft
in Düsseldorf,
13) die Deutschen Kampfspiele in Köln und
14) die Rhein-Main-Kampfspiele in
Kostheim.
Dabei errangen die Läufer des TSV 14 erste
Staffelsiege, 3 zweite Staffelsiege, eine Gaumeisterschaft im Waldlauf
und einen Waldlaufsieg für Gästemannschaften.
Im Geschäftsbericht wurde notiert:
„Erstmalig gelang es der 3 x 1000-m-Staffel in der Besetzung Schüler,
Diehl und Brückmann die gesamte Klasse der D. T. beim Hallenfest in
Berlin zu schlagen. Die Staffel erreichte im Laufe des Jahres 9 erste
Staffelsiege, wovon 6 mit Ehrhard errungen wurden. In den genannten 9
Staffelsiegen ist die Verbands- und Kreismeisterschaft mit einbegriffen.
. ."
Bei den Meisterschaften der Deutschen
Turnerschaft im Volksturnen und Schwimmen im Rheinstadion in Düsseldorf
am 14. und 15. August 1926 errang die 3 x 1000-m-Staffel in der
Besetzung Diehl, Schüler und Ehr-hardt in 8:15,2 min den zweiten Sieg.
Der Geschäftsbe-richt fahrt fort:
„Im Jahrbuch der Deutschen Turnerschaft
steht die von der Mannschaft Schüler, Brückmann und Diehl gelaufene Zeit
von 8:03 5/10 min in der 3 x 1000-m-Staffel an erster Stelle. In der
Höchstleistungsliste rangiert der Turn- und
Sportverein mit der Mannschaft Fr. Diehl, Vaupel, Brückmann und K
Schüler mit 3:37 min in der Olympi-schen Staffel an erster Stelle, die
gleichzeitig eine neue Höchstleistung der Deutschen Turnerschaft
bedeutet..." |
Mit dem Jahr 1926, einem Höhepunkt in der
Leichtathletik, endeten die herausragenden leichtathletischen Erfolge
des TSV Nieder-Erlenbach. In den nächsten Jahren finden sich überhaupt
keine Nachrichten mehr über leichtathletische Aktivitäten in den
Unterlagen. Welche Ursachen der plötzliche
Abbruch der Erfolgsserie in den Staffelwettbewerben hat, ist den
vorhandenen Schrift-stücken nicht zu entnehmen. Mit Sicherheit hat die
wirt-schaftliche Gesamtsituation auch eine Rolle gespielt. Er-staunlich
ist, daß ein Verein in einer Gemeinde von 956 Einwohnern im Jahre 1925
solche herausragenden Ergeb-nisse über mehrere Jahre hin erbringen
konnte, zumal seit der Neugründung des
Sportvereins 06 im Jahr 1923 zwei Vereine mit ähnlicher Zielsetzung im
Dorf existierten.
Handball wurde wahrscheinlich schon seit
1919, sicher ab 1920 gespielt. Die Mitglieder der Handballabteilung
wußten offensichtlich selbst nicht so genau, wann mit dem Betreiben
dieser Sportart begonnen wurde: Lt. Pro-tokollbuch sollte am 21. Juli
1929 das zehnjährige Beste-hen der Handballabteilung mit einem Turnier
gefeiert werden. Als Teilnehmer wurden der TV Niederrad, Nieder-Eschbach,
Bornheim und Sachsenhausen verpflichtet. Den Jubilaren, die auf eine
zehnjährige Tätigkeit in der Abteilung zurückblicken konnten, sollte ein
Diplom überreicht werden. Es waren folgende Mitglieder des
TSV: Heinrich Brückmann, Fritz Himmelreich, Heinrich Mößner,
Adolf Odemer, Oskar Rüppel, Wilhelm Schüler und Otto Schwander.
Am 26. und 27. Juli 1930 sollte das
10jährige Handball-jubiläum ebenfalls gefeiert werden, wobei dem TV 1860
Frankfurt a. M. als erstem Gegner vor 10 Jahren ein Eh-rendiplom
überreicht werden sollte (Protokollbuch).
Es könnte natürlich sein, daß das Jubiläum
im Jahre 1929 nicht gefeiert wurde, was sich aber nicht in einem
Be-schluß des Vorstands im Protokollbuch niederschlug.
Im Jahre 1921 nahm die Handballabteilung mit
zwei Mannschaften an der Verbandsrunde teil. Es wurden dafür am
11.1.1921 insgesamt 21 Spieler zur Teilnahme ver-pflichtet. In den
Jahren 1922-1926 wurde kein Handball gespielt. Erst im Mai 1927 fand
eine Aktivenversammlung statt, bei der beschlossen wurde, eine
Mannschaft zusam-menzustellen; ein Spielwart wurde wieder gewählt. Von
der Verbandsrunde 1927/28 bis zu Beginn der Verbandsrunde 1931/32
bestand zumindest eine aktive Handball-mannschaft. Im Herbst 1931 mußte
die Handballmann-schaft zurückgezogen werden. Als Handballdreß trug man
ein weißes Trikot mit einem roten Streifen bzw. Brustring.
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