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Die Neugründung des Vereins
Bereits am 31. 12. 1945
wurde der Verein neu gegründet. Das Gründungsprotokoll datiert vom
5.1.1946 und hat folgenden Wortlaut:
„Am 31. 12. 1945 wurde
wieder ein neuer Sportverein gegründet. Als Vorstand wurden bestimmt:
Vorsitzender: Wilhelm
Lampert
Vorsitzender. Wilhelm
Michel
Kassierer: Fritz
Schwander
Schriftführer: Hermann
Walz
Sportwart: Otto
Schwander
Folgende Unterzeichnete
haben ihren Beitritt in Höhe eines freiwilligen Eintrittspreises
erklärt:
Heinrich Michel
Georg Hch. Kreutz
Johann Graf
Karl Walz
Karl Fasold
Wilhelm Hch. Lampert
Daniel Nagel
Heinz Volk
Heinz Graf
Hermann Frick
Georg Lampert jun.
Willi Michel jun.
Georg Lampert
II Adolf Odemer jun.
Ferdinand Schneider
jun. Erich Kreutz
Hans Walz
Michael Reichard jun.
Oswald Speth
Ludwig Apfel
Wolfgang Schuch
Waldemar Zinnecker
Heinz Lampert
Hans Kreutz
Fritz
Föll Ludwig Reichard jun.
August Apfel
Herbert Kreutz
Werner Michel
Anton Feucht
Rudolf Grünewald
Fritz Kreutz II
Heinrich Kreutz
Fritz Kreutz IV
Friedrich Kreutz
Albert Hohenwarter
Werner Rebsch
Walter Axtmann
Adolf Reichard
Hermann Michel
Friedrich
Reichard Otto Schwander
Ludwig Reichard sen.
Heinrich Lampert
Fritz Kötter II
Karl Klöss
Wilhelm
Michel Willy Michel
Erwin Schuch
Heinz Michel
Karl Gregorius
Der Schriftführer:
Hermann Walz“
An dieser Stelle die
Mitgliederentwicklung seit 1945:
1945: 56 Mitglieder
1955: 225 Mitglieder
1965: 430 Mitglieder
1975: 640 Mitglieder
1980: 878 Mitglieder
1985: 965 Mitglieder
1986: 967 Mitglieder
1987: 976 Mitglieder
1988: 1014 Mitglieder
Die Übersicht über
die Entwicklung des Vereins ab 1945 beschränkt sich nun auf wenige
wichtige Ereignisse, da der sportliche Bereich weitgehend durch die
nachfolgenden Beiträge der einzelnen Abteilungen beschrieben wird. |
Sportplatzausbau und
Umkleidehausbau 1966 bis 1968
Der Anstoß kam von
außen: Auswärtige Vereine beklagten Ende 1965 die katastrophalen Wasch-
und Umkleide-möglichkeiten in Nieder-Erlenbach.
Der Vereinsvorstand entschied sich daraufhin am 1.12.1965 einstimmig für
ein Bauvorhaben, das den Bau eines Umkleidehauses sowie eine bauliche
Verbesserung der vorhandenen Sportanlage umfaßte. Die Kosten für das
Bauvorhaben wurden mit 40000,- DM veranschlagt. Bis zum 20.1.1966 lagen
bereits die Angebote der Baufirmen vor: Der veranschlagte Preis hatte
sich verdoppelt, er betrug nun 80000,- DM.
Trotzdem genehmigte die
Generalversammlung am 5.3.1966 „bei drei Gegenstimmen die Errichtung des
geplanten Baues auf dem Sportplatz." Noch im selben Jahre wurde der I.
Bauabschnitt unter der Leitung von Dietrich Hasenjäger beendet. Er
umfaßte folgende Arbeiten: „450 Quadratmeter Rasenstücke wurden verlegt,
die Rund-Laufbahn (neu) angelegt, die Zuschauer-Stehplätze mit 900
Kubikmeter Schlacke ausgebaut, die Zementeinfassung errichtet, der
Parkplatz mit Schlacke angelegt und einige Bäume neu gepflanzt." Die
Kosten beliefen sich dank weitgehender Selbsthilfe auf ca. 5 000,- DM.
Der II. Bauabschnitt umfaßte den Bau des Umkleidehauses sowie die
Vollendung der Aschenbahn und der Umrandung. Anfang April 1967 wurde
dann mit dem Bau des Umkleidehauses begonnen.
Folgende Finanzierung
lag vor:
Zuschuß des Landes
Hessen: 16 250,- DM
Zuschuß des Hessischen
Fußballverb.:15 000,- DM
Zuschuß des Kreises
Friedberg: 8 000,- DM
Zuschuß der Gemeinde
Nieder-Erlenbach: 5 500,- DM
Sammlung in
Nieder-Erlenbach: 5 500,- DM
Es muß noch festgestellt
werden, daß die Gewährung der Landeszuschüsse von den
Eigentumsverhältnissen abhängig waren. Aus diesem Grunde übereignete die
Gemeinde der TSG den Baugrund am 1.1.1969 für 1200,- DM für dieses
Vorhaben. Die Höhe der Geldmittel betrug demnach
ca. 50000,- DM, alles übrige mußte durch Eigenleistungen abgedeckt
werden. Im Protokoll werden besonders die Leistungen des Bundes
Vertriebener Deutscher, der Fußball- und der Leichtathletikabteilung
sowie verschiedener Einzelpersonen hervorgehoben.

Einweihung des Sportplatzes an Pfingsten 1968. |
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Die Satzungsänderung von 1974
Da die Satzungsänderung
von 1974 wichtiger als alle vorherigen war, sei sie kurz in den
wichtigsten Punkten dargestellt. Die TSG hatte 1974 bereits über 600
Mitglieder. Ein Großverein benötigt jedoch eine homogene, straffe
Führung mit klar definierten Verantwortlichkeiten. Nach der alten
Satzung wurden der geschäftsführende Vorstand sowie die Abteilungsleiter
in der Generalversammlung einzeln gewählt. Damit war die
Zusammensetzung des Vorstandes weitgehend vom Zufall und von
Gruppeninteressen abhängig. Eine kooperative Zusammenarbeit im Vorstand
war dadurch nicht unbedingt immer gewährleistet. Aus
diesem Grunde betraf die Satzungsänderung besonders die §§ 14
(Jahreshaupt-versammlung), 15 (Geschäftsführender
Vorstand), 16 (Wahl des geschäftsführenden
Vorstandes), 17 (Wahl der Abteilungsleiter) und 18 (Aufgaben des
Vorstandes).
Nach der neuen am 8. 6.
1974 in Kraft getretenen Satzung wird zuerst nur noch der 1. Vorsitzende
gewählt. Er bestimmt danach die Mitglieder (Referatsleiter) des
geschäftsführenden Vorstandes. Diese müssen dann lediglich von der
Hauptversammlung bestätigt werden. Nach dieser „Bestätigungswahl" wird
der 2. Vorsitzende von der Hauptversammlung gewählt.
Zusätzlich
hat der 1. Vorsitzende das Recht (§16), Sportreferatsleiter während
seiner Amtsperiode von ihrem Amt zu entbinden und
dem Vorstand einen neuen Vorschlag zur Bestätigung zu unterbreiten. Auch
die Abteilungsleiter werden nach der neuen Satzung nicht mehr von der
Hauptversammlung gewählt, sondern von den einzelnen Abteilungen. Sie
werden der Hauptversammlung lediglich vorgestellt.
In einer weiteren,
ergänzenden Satzungsänderung wurden 1977 die Aufgaben des Ältestenrates
neu definiert. Er hat vornehmlich die Funktion einer Widerspruchs- und
Schiedsstelle. Im Wesentlichen führte diese Satzungsänderung zu
effektiverer Vorstandsarbeit, die einfach notwendig ist, um einen
störungsfreien Sportbetrieb des Großvereins TSG zu ermöglichen.
Die Vereinsnachrichten
In der Vorstandssitzung
am 8. 4. 1975 wurde beschlossen, eine Informationsbroschüre möglichst
regelmäßig herauszugeben. Ihr Titel: TSG-Vereinsnachrichten. Die erste
Ausgabe datiert vom 15. 6. 1975, und bis heute sind 29
Vereinsnachrichten erschienen. Seit 1986 werden die Nachrichten an
sämtliche Haushalte Nieder-Erlenbachs verteilt. Es ist geplant, die
TSG-Vereinsnachrichten in Zukunft vierteljährlich erscheinen zu lassen.
Die inhaltliche
Reihenfolge hat sich bis heute nicht geändert:
Bericht und Ausblick des
1. Vorsitzenden
Berichte der
Referatsleiter
Mitteilungen des
geschäftsführenden Vorstandes Tätigkeitsberichte der Abteilungen
Ein Verein in der
Größenordnung der TSG kann ohne derartige Publikationen nicht mehr
auskommen: In kleinem Maßstab „public relations" vor Ort. Weiterhin
sind solche Vereinsnachrichten besonders wichtig für eine zukünftige
Dokumentation der Vereinsgeschichte. |
Der Bau der Sportanlage
Die rechtliche Grundlage
für den Bau der Sportanlage war der Grenzänderungsvertrag der Stadt
Frankfurt am Main mit der Gemeinde Nieder-Erlenbach vom 23.11.1971. Dort
heißt es in § 7, Absatz 5: „Die Stadt Frankfurt verpflichtet sich,
innerhalb einer Frist von 3 Jahren vom Vertragsschluß gerechnet, die im
Rahmen des Gemeindezentrums „am Feldchen“ geplante Sportanlage zu
errichten und die jetzt vorhandene Sportanlage als Übungs- und
Trainingsplatz zu erhalten und zu unterhalten."
Der Bau der Sportanlage
verzögerte sich jedoch beträchtlich. Anfang 1975 wurde der
geschäftsführende Vorstand der TSG tätig, um den Bau der Anlage
voranzutreiben. Dies schlug sich nieder in Form von Gesprächen und
Schriftwechsel mit zuständigen Ämtern der Stadt sowie dem Ortsbeirat
Ortsbegehungen wurden durchgeführt. Das Hauptproblem kristallisierte
sich bald heraus: die Standortfrage! Der
Eingemeindungsvertrag sah das Gebiet „Am Feldchen" als Gelände für die
Sportanlage vor. Da auf diesem Gebiet ein Rasenplatz mit
400-Meter-Laufbahn aus Platzgründen nicht zu verwirklichen war, kamen
andere Alternativen ins Gespräch: der Standort „Am Bier" und der
Standort „Auf der Insel" neben dem vorhandenen Sportplatz.
Die Frage, wo nun die
Sportanlage gebaut werden solle, wurde schnell zu einem Politikum, und
dies muß als ein wesentlicher Punkt für die neuerliche Verzögerung des
Baues angesehen werden: Man wurde sich nicht einig!
Der geschäftsführende
Vorstand, der Gesamtvorstand sowie die Mehrheit der Mitglieder der TSG
favorisierten die Lösung „Auf der Insel" (8. 9. 1975). Andere Gruppen
und Organisationen votierten für den Standort „Am Bier".
Der Streit um den
„richtigen" Standort kostete zwei Jahre. Erst am 6.10.1977 entschied
sich der Ortsbeirat mehrheitlich für den Bau der neuen Sportanlage „Auf
der Insel." Damit war eine wichtige Vorentscheidung gefallen.
Bis mit den Baumaßnahmen
begonnen werden konnte, war noch eine „Durststrecke" von nahezu 3 Jahren
zurückzulegen. Die Grunderwerbsverhandlungen zogen sich in die Länge,
obwohl der geschäftsführende Vorstand bereits ausgehandelte Zusagen von
den Grundstückseigentümern hatte. Erst im April 1980 waren die
Verhandlungen von seiten der Stadt abgeschlossen. Weitere
Schwierigkeiten bereiteten die Verlegung von Zufahrtswegen sowie die
Stromversorgung.

Modell der geplanten Sporthalle |
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Vom 17. 3. 1980 datiert
die Vorlage des Magistrats der Stadt Frankfurt an die
Stadtverordnetenversammlung (M 86) in der es heißt: „Wir bitten die
Stadtverordnetenversammlung zu beschließen: Die Errichtung eines 2.
Spielfeldes (Rasenplatz) mit 400-m-Laufbahn und leichtathletischen
Einrichtungen (Kampfbahn Typ B) und die Umgestaltung des vorhandenen
Sportplatzes in einen Tennenplatz werden genehmigt." Der
Kostenvoranschlag für die gesamte Sportanlage belief sich auf eine
Summe von 2 043 300 ,- DM.
Einem guten
demokratischen Brauch - trotz aller vorhandenen Meinungsunterschiede -
folgte der Ortsbeirat in seiner Sitzung am 21. April 1980: Einstimmig
entschied er sich für die Magistratsvorlage. Man wollte nun gemeinsam
vorgehen, um alle Verzögerungen zu vermeiden. Mit den Bauarbeiten wurde
Mitte 1980 begonnen, und nach etwa 2jähriger Bauzeit wurde die
Sportanlage am 14. August 1982 eingeweiht. Ein 10 Jahre dauerndes
Bemühen war nun erfolgreich beendet worden.
Hinzugefügt werden
müssen nun noch eigene Anstrengungen der TSG, um die Sportanlage
abzurunden: der Bau eines Vereinshauses in den Jahren 1984/1985 sowie
die Erweiterung und Renovierung der Umkleideanlage von je zwei auf vier
Umkleide- und Duschräume in den Jahren 1986/1987. Der Kostenaufwand
belief sich auf ca. 250 000,- DM. |
Ausblick
Die TSG steht in naher
Zukunft vor neuen, auch finanziell einschneidenden Maßnahmen: Eine
Sporthalle ist geplant. Sie wird den Mitgliedern der TSG eine sportliche
Heimat bieten. Ohne die Absicht, in den Prozeß der aktuellen
Meinungsbildung eingreifen zu wollen, glaubt der Verfasser mit
geschichtlich erarbeiteter Gewißheit, daß der Verein - wie in den vielen
Schwierigkeiten der vergangenen 100 Jahre - sich bewähren und zu
vernünftigen Lösungen durchringen wird. Die Tragfähigkeit der Demokratie
erweist sich an solchen kleinen Problemen. Es bleibt daher nur noch
eines: Der TSG eine glückliche und erfolgreiche Zukunft zu wünschen.
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